Wertgutachten

Wie viel ist mein Oldtimer wert?

Die­se Fra­ge wird uns na­he­zu täg­lich ge­stellt. Sie zu be­ant­wor­ten ist je­doch kom­ple­xer, als viel­fach an­ge­nom­men. Im Fol­gen­den möch­ten wir ei­nen kur­zen Über­blick zu den Hin­ter­grün­den ei­ner Wert­fin­dung ge­ben. 

Der für Ge­braucht­wa­gen ge­mäß des In­sti­tu­tes für Sach­ver­stän­di­gen­we­sen (IfS) zu ver­wen­den­de Be­griff des Wie­der­be­schaf­fungs­wer­tes ist de­fi­niert als: „Der Be­trag ei­nes Kraft­fahr­zeu­ges, zu dem ein gleich­ar­ti­ges und gleich­wer­ti­ges Fahr­zeug bei ei­nem se­riö­sen Händ­ler er­wor­ben wer­den kann.“ Die­ser Wert wird bei der Be­glei­chung ei­nes Scha­den­er­sat­zes ge­mäß BGB her­an­ge­zo­gen und bei ei­nem Scha­den­gut­ach­ten von un­se­ren Sach­ver­stän­di­gen er­mit­telt.

Bei klas­si­schen Fahr­zeu­gen kann die Vor­ge­hens­wei­se bei der Wert­ermitt­lung von Ge­braucht­wa­gen so­wie die De­fi­ni­ti­on des Wie­der­be­schaf­fungs­wer­tes nur be­dingt An­wen­dung fin­den. Zu­nächst wer­den die in ei­ner Viel­zahl vor­han­de­nen Old­ti­mer nicht über­wie­gend von Händ­lern, son­dern von ih­ren Be­sit­zern auf dem Pri­vat­markt ge­han­delt oder von Spe­zia­lis­ten per Kom­mis­si­ons­ge­schäft feil ge­bo­ten wer­den. So­mit ist ein we­sent­li­cher Be­stand­teil der De­fi­ni­ti­on des Wie­der­be­schaf­fungs­wer­tes nicht ge­ge­ben.

Des Wei­te­ren spielt bei der Wert­fin­dung von his­to­ri­schen Fahr­zeu­gen die Aus­stat­tung der Fahr­zeu­ge oft­mals ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. Viel­mehr ist der Er­hal­tungs­zu­stand oder ge­ge­be­nen­falls die Gü­te der an ei­nem Fahr­zeug vor­ge­nom­men Re­stau­rie­rungs­ar­bei­ten von In­ter­es­se und wert­be­ein­flus­send. Fer­ner kann die His­to­rie, bei der die Vor­be­sit­zer oder be­son­de­re Er­eig­nis­se in der Ver­gan­gen­heit, wie bei­spiels­wei­se Renn­er­fol­ge ge­meint sind, we­sent­lich auf den er­ziel­ba­ren Wert des Fahr­zeu­ges Ein­fluss ha­ben. 

Um dem zu­vor Ge­schil­der­ten, bei der Wert­fin­dung wei­test­ge­hend ge­recht wer­den zu kön­nen und gleich­zei­tig Klas­si­ker hin­sicht­lich ih­res Wer­tes in et­wa ver­gleich­bar zu be­kom­men, wur­den Zu­stands­no­ten für Old­ti­mer ein­ge­führt. Die­se Klas­si­fi­zie­rung gleicht dem Deut­schen Schul­no­ten­sys­tem, wo­bei die ein­zel­nen No­ten ge­mäß IfS fol­gen­de De­fi­ni­tio­nen auf­wei­sen:

 

Note 1

Ma­kel­lo­ser Zu­stand; kei­ne Män­gel an Tech­nik, Op­tik und His­to­rie (Ori­gi­na­li­tät); Fahr­zeug der ab­so­lu­ten Spit­zen­klas­se; un­be­nutz­tes Ori­gi­nal (Mu­se­ums­au­to) oder mit Neu­tei­len kom­plett re­stau­rier­tes Spit­zen­fahr­zeug; wie neu (oder bes­ser); sehr sel­ten!

Note 2

Gu­ter Zu­stand; män­gel­frei, mit leich­ten Ge­brauch­spu­ren; ori­gi­nal oder fach­ge­recht und auf­wen­dig re­stau­riert; kei­ne feh­len­den oder zu­sätz­lich mon­tier­ten Tei­le

Note 3

Ge­brauch­ter Zu­stand; nor­ma­le Spu­ren der Jah­re; klei­ne­re Män­gel, aber voll fahr­be­reit; kei­ne Durch­ros­tun­gen; kei­ne so­for­ti­gen Ar­bei­ten not­wen­dig; nicht schön, aber ge­brauchs­fer­tig

Note 4

Ver­brauch­ter Zu­stand; nur be­dingt fahr­be­reit; so­for­ti­ge Ar­bei­ten not­wen­dig; leich­te bis mitt­le­re Durch­ros­tun­gen; ei­ni­ge klei­ne­re Tei­le feh­len oder sind de­fekt;  teil­re­stau­riert; leicht zu re­pa­rie­ren (bzw. re­stau­rie­ren)

Note 5

Re­stau­rie­rungs­be­dürf­ti­ger Zu­stand; nicht fahr­be­reit; schlecht re­stau­riert bzw. teil- oder kom­plett­z­er­legt; grö­ße­re In­ves­ti­tio­nen nö­tig, aber noch re­stau­rier­bar; feh­len­de Tei­le.

 

Der bei klas­si­schen Fahr­zeu­gen zu ver­wen­den­de Wert­be­griff ist de­fi­ni­ti­ons­ge­mäß der Markt­wert (auch Ver­äu­ße­rungs­wert). Die­ser ba­siert nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung auf § 9, Abs. 2 des Be­wer­tungs­ge­set­zes. Dort heißt es wört­lich: „Der ge­mei­ne Wert (ge­meint ist der Ver­äu­ße­rungs- bzw. Markt­wert) wird durch den Preis be­stimmt, der im ge­wöhn­li­chen Ge­schäfts­ver­kehr nach der Be­schaf­fen­heit des Wirt­schafts­gu­tes bei ei­ner Ver­äu­ße­rung zu er­zie­len wä­re. Da­bei sind al­le Um­stän­de, die den Preis be­ein­flus­sen, zu be­rück­sich­ti­gen.“ Zu­dem ist die­se De­fi­ni­ti­on im Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz auf­ge­führt und gilt bei Ver­si­che­run­gen als Grund­la­ge für die Ein­stu­fung des zu ver­si­chern­den Ri­si­kos.

Prak­tisch um­ge­setzt be­deu­tet die­ses, dass zur Be­stim­mung ei­nes Fahr­zeug­wer­tes ei­ne Markt­re­cher­che be­züg­lich des zu be­wer­ten­den Fahr­zeu­ges durch­zu­füh­ren ist.

Da­bei setzt sich der Markt für his­to­ri­sche Fahr­zeu­ge aus In­ter­net­fo­ren, Auk­ti­ons­häu­sern, An­ge­bo­te in spe­zi­el­len Zeit­schrif­ten, Old­ti­mer-Mes­sen und ein­zel­ne, auf his­to­ri­sche Fahr­zeu­ge spe­zia­li­sier­te Händ­ler zu­sam­men.

Der tat­säch­lich auf das spe­zi­el­le Fahr­zeug be­zo­ge­ne Wert ist dem­nach zwi­schen An­ge­bot und Nach­fra­ge mit Sach­ver­stand zu er­mit­teln, um der De­fi­ni­ti­on des Markt­wer­tes ent­spre­chen zu kön­nen. Zu­sätz­lich zu dem auf die­se Wei­se er­mit­tel­ten Fahr­zeug­wert, sind zu be­rück­sich­ti­gen­de Wert­fak­to­ren:

be­rühm­te Vor­be­sit­zer, Renn­er­fol­ge, au­ßer­ge­wöhn­li­che ge­schicht­li­che Zu­sam­men­hän­ge, Um­bau­ten, Aus­stat­tun­gen, das Bau­jahr, tech­ni­sche Be­son­der­hei­ten, Renn­taug­lich­keit oder li­mi­tier­te Stück­zah­len ei­nes Fahr­zeug­mo­dells.

Der Voll­stän­dig­keit hal­ber sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ins­be­son­de­re bei spe­zi­el­len Old­ti­mer­ver­si­che­run­gen der so ge­nann­te „Wie­der­her­stel­lungs­wert“ von Be­deu­tung sein kann. Die­ser er­gibt sich aus den Kos­ten, die für den Wie­der­auf­bau ei­nes be­schä­dig­ten, ge­stoh­le­nen oder ab­ge­brann­ten Fahr­zeu­ges er­for­der­lich sind bzw. aus den Kos­ten, die an­fal­len, um ein wei­test­ge­hend iden­ti­sches Fahr­zeug zu be­schaf­fen und die­ses auf den Stand des ur­sprüng­lich zu be­wer­ten­den Ob­jek­tes um­zu­rüs­ten.

Ob­jek­tiv be­trach­tet steht bei der Wert­ermitt­lung ei­nes Fahr­zeu­ges nicht im Vor­der­grund wel­che Be­son­der­heit als grund­sätz­lich hö­her­wer­tig ein­zu­stu­fen ist, son­dern viel­mehr, wie groß die Nach­fra­ge und dem­entspre­chend der tat­säch­lich zu er­zie­len­de Wert am Markt sach­ver­stän­dig ab­ge­schätzt wer­den kann.

Je nach Fahr­zeug­typ kön­nen un­ter­schied­li­che, wert­be­ein­flus­sen­de Fak­to­ren auch un­ter­schied­lich stark auf die Wert­fin­dung Ein­fluss neh­men. Wäh­rend bei ei­nem Fahr­zeug mit gro­ßer Stück­zahl die Vor­be­sit­zer ei­ne ent­schei­den­de Rol­le spie­len kön­nen, so ist es bei ei­nem Fahr­zeug mit li­mi­tier­ter Auf­la­ge bzw. ge­rin­ger Pro­duk­ti­ons­zahl we­ni­ger von Be­deu­tung, wie vie­le oder wel­che Vor­be­sit­zer in der His­to­rie des Fahr­zeu­ges ent­hal­ten sind. Die­se Dar­stel­lung soll le­dig­lich bei­spiel­haft dar­auf hin­wei­sen, dass wert­be­ein­flus­sen­de Fak­to­ren je­weils auf das zu be­wer­ten­de Fahr­zeug zu be­zie­hen sind und un­ter­schied­li­cher Aus­prä­gung sein kön­nen. Grund­sätz­lich kann kei­ne Rang­fol­ge in der Wer­tig­keit der zu be­rück­sich­ti­gen­den Fak­to­ren er­stellt wer­den, da sich die­se bei je­dem Fahr­zeug­typ an­ders dar­stel­len kön­nen.

Die Pro­ble­ma­tik der Wert­fin­dung von his­to­ri­schen Au­to­mo­bi­len bie­tet stets Dis­kus­si­ons­po­ten­zi­al.

 

Wir er­stel­len auf Wunsch fun­dier­te Wert­gut­ach­ten über:

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